PISA – was nun?
PISA dürfte zur Zeit der meistgeseufzte Begriff in bundesdeutschen Lehrerzimmern sein. Ist ja auch ein wichtiges Thema: Leseschwächen, Defizite im Rechnen, mangelnde Problemlösefähigkeit, u.s.w.
Dabei haben wir doch schon länger geahnt, dass bildungsmäßig Einiges im Argen liegt, da Stichwörter wie Bildungsmisere schon länger kursieren.
Wie kommt’s, was kann man tun? Nach zwei Jahren Referendariat und den ersten Tagen mit voller Lehrerstelle liegt für mich die Antwort auf der Hand: mehr Geld in die Schulen. Denn mit Geld kann man Lehrer einstellen, das ermöglicht kleinere Klassen und damit intensivere Förderung einzelner Schüler. Schließlich kann man sich auch ohne pädagogische Ausbildung denken, dass ein Lehrer mit zehn Schülern effektiver arbeiten kann als mit 30 Schülern, auch wenn das diverse Bildungsminister nicht wahr haben wollen.
Mehr Lehrer bedeuten auch weniger Unterrichtsausfall und damit durchgehende Behandlung eines Stoffes und kontinuierliches Üben von Arbeitsmethoden. Außerdem könnte bei entsprechendem Finanzpolster die Ausstattung der Schulen verbessert werden, angefangen bei Möbeln, über aktuelle Bücher bis hin zu Medien wie PCs oder OHPs. Wichtig wäre dabei, dass Schulen das Geld selber einteilen können, je nach Bedarf, denn manchmal ist die Einrichtung einer Förderklasse für ausländische Schüler eben dringender als der Beamer für Unterricht mitPowerPoint.
Es wäre schön, wenn PISA solche Maßnahmen bewirken könnte. Im Moment ist es nur leider so, dass jeder sein pädagogisches oder politisches Süppchen auf der Studie kocht. So weihen Politiker werbewirksam Computerräume ein oder propagieren „Schulen ans Netz“, während Klassen wegen schimmeliger Wände in Container auf dem Schulhof ausquartiert werden. Auch die sorgfältige Ausbildung des Lehrernachwuchses wird propagiert, während Referendare als Geldsparmaßnahme zu eigenverantwortlichem Unterricht verpflichtet werden, bei dem sie vielleicht den „Alltag“ kennenlernen, sich aber ohne qualifizierte Rückmeldung im Klassenzimmer versuchen. Und was nützen PCs in jedem Klassenraum, wenn das Kollegium mit Durchschnittsalter 55+ nicht damit umgehen kann (und kein Geld für Fortbildungen da ist)?
Fazit: Weniger diskutieren und endlich mehr Geld locker machen – wenn sich erstmal genug (junge) Lehrer an die Arbeit machen können, wird vielleicht über die nächste PISA-Studie gejubelt...
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